12. Mai. 2010

Zwei Berichte – zwei Statements – Ein Wettkampf – Triathlon WM-Rennen in Seoul 2010
Unseren beiden Carboo4U Top-Starter Steffen Justus und Marek Jaskolka berichten exklusiv für Carboo4U. Hier nun ihr Bericht aus erster Hand…
Erfolgreicher Saisoneinstand beim 2.WCS Rennen in Seoul!
Mit dem 4. Platz beim 2. Weltmeisterschaftsrennen in Seoul konnte ich mich letztes Wochenende über einen überraschend guten Saisoneinstand freuen. Da die diesjährige Saisonvorbereitung eigentlich gar nicht so super verlaufen war und ich mit noch etwas Trainingsrückstand in das Rennen gegangen bin, waren meine Erwartungen fürs erste gar nicht mal so groß…
Das Wichtigste bei diesem Wettkampf war es im Schwimmen irgendwie die Hauptgruppe zu erwischen und beim Radfahren ohne große Probleme bis zum Laufen zu kommen.
Zum Glück für mich waren die Bedingungen mit Neoprenschwimmen, einer langen Anschwimmgeraden und dem flachen, winkligen Radkurs genau richtig für dieses Unterfangen.
Denn aufgrund des Neoprens war es fast sicher, dass es eine große Gruppe nach dem Schwimmen geben wird und, falls ich doch diesen Zug verpassten würde, wäre es noch möglich gewesen auf den eckigen Radkurs schnell in das Hauptfeld reinzufahren.
So konnte ich mich dann beim Rennen, nachdem ich als einer der letzten an der ersten Boje angekommen war, irgendwie beim Schwimmen „durchmogeln“ und stieg mit 32 Sekunden auf die Spitze als 52ster aus dem Wasser.
Doch da das Feld wie erwartet so kompakt zum Radfahren gegangen war, fand ich mich ziemlich schnell in der 48 Mann starken Hautgruppe wieder.
Ich habe auch gleich versucht mich nach vorne zu orientieren, um eventuellen Stürzen aus dem Weg zu gehen und nicht zu viel Kraft bei den vielen Antritten auf dem winkligen Radkurs zu verschwenden.
Dies ist mir auch bis Mitte der letzten Radrunde gut gelungen. Doch dann wollte jeder auf dem Weg zum 2. Wechsel ganz nach vorne. Dabei konnte ich irgendwie meine Position nicht halten und stieg ziemlich weit hinten vom Rad.
Als 37ster nahm ich dann die letzten 10km Laufen in Angriff, arbeitete mich immer weiter nach vorne und bei Kilometer 4 befand ich mich schon auf Position 4. wieder.
Mein Abstand zu den auf Platz 1&2 laufenden Australier Courtney Atkinson und Teamkollege Jan Frodeno betrug so ca. 15 Sekunden. Auf der dritten Position folgte zu diesem Zeitpunkt mit 5 Sekunden Vorsprung der Australier Brad Kahlefeldt.
An diesen versuchte ich dann noch heran zu laufen. Doch das war mir nicht möglich, denn durch die Aufholjagd auf den ersten Kilometern hatte ich zu viel Kraft gelassen und so wurde der Abstand zu Kalefeld wieder größer. Zwei Kilometer später schloss dann sogar der Russe Brukhankov zu mir auf und wir liefen bis zum letzten Kilometer Schulter an Schulter. So ca. 800m vor dem Ziel habe ich dann noch einmal alles gegeben, konnte mich ein paar Meter von dem Russen lösen und hielt diesen Vorsprung auch bis zum Ziel. So konnte ich mich als Vierter, hinter Jan Frodeno und den zwei Australiern, über einen gelungen Saisoneinstand freuen.
In den kommenden Wochen, bis zum nächsten WCS Rennen am 6.6. in Madrid, werde ich jetzt weiter hart an meiner Form arbeiten und versuchen mein Defizit im Schwimmen und Radfahren auszubessern.
Vielen Dank an alle fürs Daumen drücken und hoffentlich kann ich bald weiter erfolgreich berichten.
Bis bald Euer Steffen
Asthma verhindert bessere Platzierung
Beim zweiten Event der Triathlon Weltmeisterschaft in Seoul kam ich über einen enttäuschenden 30 Platz nicht hinaus. Vor dem Rennen fühlte ich mich sehr gut. Das Schwimmen war mit einem Rückstand von 22 sek auf den Führenden sehr gut und auch das Radfahren machte mir bis zur siebten von acht Runden keine Probleme. Ich konnte in der Spitzengruppe mitfahren.
Doch ab Runde 7 bekam ich Seitenstiche und bin einfach diese nicht mehr los geworden. Trotz Seitenstichen und schon zu diesem Zeitpunkt schweren Atems kämpfte ich mich durchs Feld durch und nach km 5 war ich auf Platz 19 mit einer guten Aussicht auf eine Top Ten Platzierung. Leider, wie auf einen Schlag, bekam ich Asthma und die Oberschenkel wurden ganz hart. Das war sehr ärgerlich und enttäuschend. Ich konnte gerade noch so den 30. Platz ins Ziel retten.
Wahrscheinlich liegt die Ursache paradoxerweise an dem Asthmamittel Salbutamol, das ich eine halbe Stunde vor dem Rennen inhaliert hatte. Im Training lief immer alles gut, da bin ich auf das Medikament aber nicht angewiesen. In der Packungbeilage unter Nebenwirkungen wird "paradoxaler Bronchospasmus” erwähnt. Ich hoffe, dass ich mit meinem Verdacht richtig liege und beim nächsten Rennen meine gute Form unter Beweis stellen kann.
Also, schön die Daumen drücken.
Euer Marek