
Das große Triathlonabenteuer – so habe ich es im Vorfeld mal bezeichnet und es hat sich bestätigt.
Wiesbaden war das Größte und wahrscheinlich Härteste was ich mir je angetan habe
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Freitag ging es los mit Startnummernausgabe und Pastaparty, selbst das waren schon lauter neue Eindrücke für mich. Dann die Wettkampfbesprechung am Samstag im Kurhaus, in diesem holzvertäfelten großen Saal mit Empore und Bühne. Eine Stunde hat das Ganze gedauert und es wurden Gott sei Dank einige offene Fragen beantwortet, was mir ein bisschen die Nervosität genommen hat. Nach der Besprechung habe ich mich zum Rad Check-In zum Schiersteiner Hafen aufgemacht. Fotos am Eingang und einen persönlichen Helfer, das erlebt man ja auch nicht alle Tage. Und die Sonne die mit voller Kraft auf die Wechselzone brutzelte gabe mir einen ersten Vorgeschmack auf das Wetter das am Sonntag auf uns wartete!
Sonntag morgen 5:30Uhr, der Wecker klingelt. Noch schnell ein gesundes Frühstück zwischen die Zähne geschoben, Neo unter den Arm und ab geht’s. Ich habe mein Auto am Realparkplatz abgestellt und den vom Veranstalter gestellten Shuttlebus zum Hafen genommen. Dort angekommen habe ich als erstes bekanntes Gesicht unseren Vereinsvorsitzenden Markus vom TCEC Mainz getroffen, der mir noch ein paar nette und aufmunternde Worte mit auf den Weg in die Wechselzone gegeben hat.
So unglaublich viele Räder und Athleten hatte ich bei keinem Wettkampf zuvor erlebt. Und erst die Schlange an den Dixie- Klos….
Ganz in Ruhe habe ich meine Radschuhe und die restlichen Sachen an meinem Wechselplatz eingerichtet und dabei ganz übersehen, dass um mich herum schon alle ihre Neos anhatten. Da musste ich mich auch schon etwas beeilen, dumm nur, dass die dick aufgetragene Sonnencreme (in weiser Voraussicht auf das Wetter) und der Neo sich nicht so ganz einig waren und ich wie die Wurst in der Pelle da stand, bis ich ihn endlich oben hatte. Noch einen kleinen Warm-up Lauf in den Vorstartbereich, konnte ich erst noch einmal durchatmen und den Start der Profis anschauen.
Dann hieß es schon ab über die Rampe und ins Wasser. Sehr angenehm und fast warm war es. Die letzten Minuten vor dem Start waren eigentlich total toll, man konnte die riesen Menge an Zuschauer vom Wasser aus beobachten und sich einfach etwas treiben lassen.
Dann kam der Startschuss! Die ersten Reihen prügelten los wie die Wilden und aus Sicherheitsgründen und um Kräfte zu sparen hatte ich mich schon nach hinten sortiert. Ich hatte mir vorgenommen, ganz entspannt zu schwimmen und mein eigenes Tempo zu finden. Da mir dies ganz gut gelungen ist und ich nicht die Langsamste im Wasser bin, hatte ich einige zu überholen und mich daran vorbei zu schlängeln. Als es dann in Richtung Ausstieg ging, war es fast schade, dass es schon vorbei war und mit einer Schwimmzeit von 38:20Min. kann ich denke ich auch sehr zufrieden sein!
Auf dem Weg zur Platte
Die Radstrecke in Wiesbaden ist nicht ohne und da ich sie im Training schon mal abgefahren bin, wusste ich von Anfang an, was auf mich zukommen würde. Mit den Gedanken an den noch folgenden Lauf, ließ ich es auch hier ruhig angehen. Als dann die ersten Berge hinter mir lagen und ich auch die Abfahrten richtig laufen lassen konnte, kam der Spaß am Radfahren durch. Mit einem Grinsen auf den Lippen und weil es so gut lief, auch richtig Druck am Pedal ging es in Richtung “Hammer”. Auf dem Rad schien nichts unmöglich, so war ich ruck zuck auf der Platte und es ging nur noch abwärts nach Wiesbaden (leider im wahrsten Sinne des Wortes). Als ich mein Rad aus den Händen gab dachte ich noch, “Schade, dass ging ja echt viel zu schnell rum”. Mit einer Radzeit von etwa 3:30Std. machte ich mich nach 4:15Std. auf die Laufstrecke. Und die Hölle begann….
Schon in der ersten Runde habe ich mir ernsthaft überlegt wie ich die 21km noch schaffen soll. Es ging mir die ganze Zeit durch den Kopf: Warum habe ich nur keine Staffel gemacht? Warum!?! Jetzt war es zu spät, da musste ich jetzt durch. Und erst recht nachdem meine Oma am Vortag zu mir meinte, “es ist auch nicht schlimm, wenn du es nicht schaffst” und ich nur geantwortet habe, “doch das ist es, ich muss”.
Es wurde immer heißer und im Kurpark ging kein Lüftchen und heiß ist eh nicht so meins…. Es war der erste Wettkampf bei dem ich mich während der Laufstrecke auch verpflegen musste und da ich zu den Bechern keinen besonders guten Draht habe und mir das Wasser oder Iso immer mehr im Gesicht und auf der Kleidung landet als im Mund, habe ich die Verpflegungsstationen genutzt und bin gegangen. Ich habe mich von Station zu Station gehangelt, getrunken und gegessen und bin dann wieder angelaufen. Ich weiß, dass ich es mir so wahrscheinlich nicht einfacher gemacht habe, aber es hat mir dabei geholfen die Strecke in einzelne Abschnitte zu unterteilen und mich von einem zum nächsten zu hangeln.
Und ehe ich mich versah, hatte ich auch schon 2, dann 3 Bändchen am Arm. Da war nur noch der Gedanke, jetzt habe ich es so weit geschafft, da gibt es keinen Weg mehr zurück! Und auch, dass ich immer wieder andere Läufer mit weniger Bändern gesehen habe, hat mich immer neu motiviert.
Es waren am Ende 2:37 Std. die ich gelaufen bin und es kam mir vor wie eine halbe Ewigkeit. Es war mit Abstand das Schlimmste, das ich meinem Körper jemals abverlangt habe und ich bin glücklich, dass ich es durchgezogen habe und unter meinem Ziel von 7 Stunden geblieben bin, egal was andere dazu sagen oder davon halten.
Danke sagen möchte ich noch an Klaus den Chefredakteur, dank ihm nehme ich an der Langzeitstudie teil! Danke an Nina und Ingolf von De Soto (auch fürs kräftige Anfeuern)! Danke an Catlike für den Helm und die Shimano Sonnenbrille! Danke an Focus für das Rad! Danke an Brooks für die Laufschuhe! Danke an Lake für die Radschuhe! Danke an Xterra für den Neo! Und last but not least Danke an Carboo4U für Riegel, Gels und Getränke!
Eure Lena







