Evgeny Korolev scheitert bei den US Open nur denkbar knapp in 5 Sätzen am Deutschen Andi Beck
Mit lockeren Trainingseinheiten am Sonntag und zwei etwas intensiveren Einheiten am Montag und Dienstag hat sich der Deutsche auf das Match in New York vorbereitet. Beide Akteure standen sich am gestrigen Tag das vierte Mal gegenüber. In der Head-to-Head Statistik hatte Andreas Beck die Nase vorn (2:1).
Im Spielverlauf merkte man, dass beide Spieler keine Hartplatzexperten sind. Zu häufig landeten die Bälle unplatziert hinter der Linie. Zunächst sahen die Zuschauer einen dominanten Service des Russen, doch beim Stand von 40:15 erhöhte Andreas Beck das Tempo und nach etwa 45 Minuten bejubelte der Deutsche das erste Break der Partie.
Andreas Beck sicherte sich wenig später dann auch den ersten Satz. Mit einem Break in der Schlussphase des ersten Durchgangs setzte er seinen Kontrahenten unter Druck, der anschließend zu hektisch und unkonzentrierte agierte. Nach einer kurzen Getränkepause starteten die Profis in den zweiten Satz. Evgeny wirkte nach der Niederlage im ersten Satz angespannt. Der Deutsche konnte immer wieder mit seiner starken Rückhand punkten.
Beim Stand von 3:4 im 2. Satz verlor Evgeny den roten Faden. Erneut gelang dem Deutschen ein spätes Break. Besonders in der Schlussphase des ersten und zweiten Satzes war Beck eine Nummer zu groß für Korolev. Somit lautete der Spielstand 3:6, 4:6.
Doch dann kam die Zeit von Evgeny. Er setzte alles auf eine Karte und spielte den Deutschen schwindelig. Andreas Beck versuchte vergeblich seinem Kontrahenten den Service abzunehmen. In Windeseile erspielte sich Korolev Punkt für Punkt und führte schnell mit 4:1 und sicherte sich wenig später den 3. Satz mit 6:2.
Die Nummer 80 der Weltrangliste spielte sich in einen wahren Rausch. Ihm gelang in dieser Phase einfach alles. Beck fand kein Rezept gegen die aggressive Spielweise seines Gegners. Korolev ließ in dieser Phase den deutschen Profi immer wieder ins offene Messer laufen. In der Anfangsphase der Begegnung hatte Andi Beck das Heft in der Hand, mittlerweile wurden die Karten neu gemischt und Korolev dominierte das Match.
Das Ergebnis dieser aggressiven Spielweise ist der erneute Satzgewinn von Evgeny mit 6:2.
Der fünfte Satz musste somit die Entscheidung bringen.
Der psychologische Vorteil lag natürlich bei Korolev. In den ersten beiden Abschnitten musste sich der Russe geschlagen geben. Dank einer fulminanten Aufholjagd konnte sich die Nummer 80 der Weltspitze in den fünften Satz retten.
Im 5. Satz sahen die Zuschauer ein sehr ausgeglichenes Match zweier immer müder werdender Akteure, die ihr Spiel mehr und mehr auf Sicherheit umstellten. Beim Stand von 3:3 gelang dem Deutschen dann das entscheidende Break, welches er bis zum Ende der Partie auch durchbringen sollte. Dabei waren auch immer wieder die Aufschlagspiele des Deutschen hart umkämpft und Evgeny hatte durchaus die Chance, noch einmal ins Spiel zurückzukehren. Es sind eben diese „big points“, die im Tennis über Sieg und Niederlage entscheiden. Heute waren diese Punkte einfach für den Deutschen reserviert.
Die gezeigte Leistung von Evgeny ist dennoch bemerkenswert, denn schließlich konnte er einen Spieler, der immerhin 40 Plätze besser eingestuft ist als er selber, an den Rand einer Niederlage bringen. Darauf aufbauend drücken wir Evgeny für die restliche Saison weiterhin die Daumen.

















