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19. Jul. 2013
Uwe

Triathlon-Profi Uwe Widmann berichtet für Carboo4U: Die Konkurrenz schläft nicht! Foto: Eric Legrand

Die Konkurrenz schläft nicht! Das ist ja allgemein bekannt und bei dem Starterfeld, welches sich zur diesjährigen Ironman Europameisterschaft in Frankfurt eingefunden hatte war das ja auch mehr als logisch.

Nur noch mal um es dem Leser in Erinnerung zu rufen; am Start waren u.a.: Ironman Weltmeister Pete Jacobs, Ironman 70.3 Weltmeister Sebastian Kienle, Ironman Europameister Marino Vanhoenacker, Ironman 70.3 Europameister Michael Raelert, die ehemaligen Kurzdistanz Weltmeister Ivan Rana und Daniel Unger, …

Somit war schon im Vorfeld klar, dass ein sehr guter Tag nötig sein würde um unter die Top 15 oder gar die Top Ten zu kommen. Bisher hatte ich es bei zehn Starts neunmal unter die besten zehn geschafft und auch für die zwölfte Auflage des „längsten Tages“ hatte ich mir dieses ehrgeizige Ziel gesetzt. Meine Trainingsergebnisse im Vorfeld waren gut und ich war zuversichtlich, an meine Bestzeit von 8:20 Std. herankommen zu können.

DANKE Uwe für den schönen Sonntag in Frankfurt. Gewinnen ist eben nicht alles! Foto: Sascha Kaiser

Triathlon-Profi Uwe Widmann berichtet für Carboo4U: Die Konkurrenz schläft nicht!

In diesem Jahr erwischte ich einen sensationellen Start. Ich konnte mich gleich an den Beinen von Andreas Böcherer halten und schaffte es in die etwa 20 Mann starke Spitzengruppe. Dort konnte ich mich gut behaupten und nach gut 46 Min. hatten wir es zum ersten Wechsel geschafft. Zügig ging es den Strand hoch durch die Wechselzone und rauf aufs Rad. Auf der Bundesstraße Richtung Frankfurt formierte sich dann die Gruppe und es ging mit hohem Tempo auf die 180 km Radstrecke. Ich hatte mir vorgenommen in diesem Jahr sehr kontrolliert zu fahren und vor allem zu Beginn des Rennens all zu viele Intensitätsspitzen zu vermeiden. Ähnlich wie beim Schwimmen gelang es mir auch auf dem Rad recht problemlos mit dabei zu bleiben und erst als Marino Vanhoenacker sich nach vorne verabschiedete und die Gruppe auseinander fiel, wurde mir das Tempo zu schnell, so dass ich dann mit ein paar Anderen zurück blieb. Nach der ersten Radrunde sah es dann so aus: vorne Vanhoenacker dahinter eine Gruppe mit sechs Athleten mit Eneko Llanos, Michael Raelert, Andi Böcherer, Jan Raphael, Pete Jacobs und Axel Zeebroek. Ich hatte mich inzwischen auf den achten Rang vorgefahren und zog eine weitere Gruppe hinter mir her. Mein Gefühl war gut. Zwar blies mir zu Beginn der zweiten Runde der Wind auf der Hanauer Landstraße ordentlich ins Gesicht, aber da mich keiner meiner Mitstreiter ablösen wollte fuhr ich mein Tempo weiter. Am Anstieg in Bergen Enkheim zog dann Christian Ritter an mir vorbei und setzte sich leicht ab. Mit Blick auf den Pulsmesser blieb ich bei meinem Tempo und so ging es durch die Wetterau zum zweiten Mal nach Friedberg. Langsam setzte ich mich nun von den Anderen ab und konnte kurz vor Bad Vilbel auch Christian Ritter wieder ein- und überholen.

Etwa zwei Minuten hinter Michael Raelert rollte auf Platz acht liegend zum Rad – Lauf Wechsel am Mainkai. Hier galt es, den Laufbeutel zu schnappen und rein ins Wechselzelt. Dann ein kleiner Schock: im Beutel war nur einer meiner Laufschuhe! Wahrscheinlich war mein Beutel beim Transport aufgegangen und der Rest des Inhalts rausgefallen. Etwas „bedeppert“ stand ich da und wusste nicht so recht was tun. Zum Glück fanden sich die fehlenden Teile schnell (ich schätze mal 30 bis 40 Sek.) ein und ich konnte den abschließenden Marathon in Angriff nehmen.

DANKE Uwe für den schönen Sonntag in Frankfurt. Gewinnen ist nicht alles!

Triathlon-Profi Uwe Widmann berichtet für Carboo4U: Die Konkurrenz schläft nicht!

Während ich loslief kamen auch schon meine Verfolger vom Rad. Da es inzwischen sehr heiß geworden war, legte ich mir auch beim Laufen Zurückhaltung auf. Ein Tempo von 4:20’/km schien mir möglich und würde einen drei Stunden Marathon ergeben. Nach dem zweiten Wechsel standen 5:20 Std. auf der Uhr bei drei Stunden für den Marathon würde ich meine Zielzeit von 8:20 Std. erreichen. Also alles im Soll.

Wie schon erwähnt: die Konkurrenz schläft nicht und so gingen auch alle den Marathon extrem schnell an. Bei Geschwindigkeiten von 3:35’/km verlor ich schon auf der ersten Laufrunde sechs Minuten auf die Konkurrenz. Dennoch war ich zuversichtlich und blieb bei meinem Plan. Zumal ich ein so hohes  Tempo auch nicht hätte realisieren können. Schon auf Runde zwei war dann klar, dass einige doch überzogen hatten und ich machte teils wieder Boden gut. Ich lag in etwa an 18er Position und von Freunden und Bekannten wurde mir bestätigt, dass bei konstantem Tempo nach vorne noch etwas ginge. Also weiterhin ruhig bleiben. Verpflegen und kühlen so gut es geht und dann wollte ich nach Möglichkeit auf Runde vier noch mal zulegen. Dann bei Kilometer 27 ein erstes Tief. Nun, solche Tiefs kommen und gehen und nach ein paar hundert Metern fand ich wieder zum alten Tempo zurück. Zwei Kilometer weiter spielte dann der Kreislauf verrückt und ich musste erneut das Tempo rausnehmen. Leider fand ich von da an nicht mehr zurück ins Rennen. Alle Kühlung half nichts mehr. Der Motor war heiß gelaufen und ich konnte mich nur noch joggend fortbewegen. Bis ins Ziel verlor ich noch weitere Plätze und kam am Ende auf Platz 25 in einer Zeit von 8:40 Std. (0:46 h – 5:33 h – 3:17) ins Ziel.

Ich war/bin natürlich sehr enttäuscht. Vor allem da ich im Schwimmen und Radfahren wirklich eine exzellente Leistung abgeliefert habe und wieder einmal beim Laufen nicht mein Potential abrufen konnte. Ein nur kleiner Trost ist da, dass es auch einiger meiner Konkurrenten nicht viel besser oder gar noch schlechter erging und ich somit nicht alleine dastehe.

Es bleibt der Stolz, dass Rennen im Ziel beendet zu haben und der Respekt vor all denen, die an diesem schweren Tag trotz aller Dramen am Römerberg eingelaufen sind.

Danke an alle, die an mich glauben und mich tatkräftig unterstützen!

Euer Uwe Widmann

Über Uwe Widmann

Mit 18 Jahren nahm Widmann in Calw erstmals 1988 bei einem Triathlonbewerb teil. 1995 startete er erstmals über die Langdistanz Ironman) und ist seit 1997 als Profi-Triathlet aktiv und wir von Carboo4U – Deine Sporternährung! unterstützt. Uwe Widmann ist verheiratet und lebt heute mit seiner Frau Renata in Wiesbaden.

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