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29. Apr. 2013
Carboo4U - Wasserball Bundesliga Relegation - Weder schön, noch erfolgreich – aber legendär!

Carboo4U - Wasserball Bundesliga Relegation - Weder schön, noch erfolgreich – aber legendär!


von Lars Ruhbach

Die dürren Fakten: SV Weiden – SGW Köln 10:7 (3:2, 3:2, 4:1, 0:2) – Endstand der Serie 2:0; d.h. die Kölner müssen sich ab Anfang Mai mit Krefeld 72 um den Klassenerhalt streiten.

Unter der Woche wurde deutlich, dass sich einmal mehr die ärgsten Gegner, mit denen sich die SGW Köln in dieser Saison herumärgern musste (Krankheit, Verletzungen, berufliche Verpflichtungen), wieder einmal zusammengetan haben, um das zweite Play-down-Spiel in Weiden mit schlechten Vorzeichen zu versehen.

Und so fuhr man dann gestern Morgen mit einer zehnköpfigen Rumpftruppe in die Oberpfalz – nicht ahnend, dass man Teil eines legendären Wasserballspiels werden sollte, dass auch der erfahrene Mannschaftskapitän Jürgen Ignatzy so noch nicht erlebt hatte.

Schnell gingen die Gastgeber in Führung, doch schon während des ersten Viertels wurde deutlich, dass nicht Tore allein das Spiel entscheiden würden. Vielmehr sollten auch die Strafzeiten, die die Unparteiischen mit außergewöhnlicher Freigiebigkeit auf beide Mannschaften niederregnen ließen, das Spiel prägen. Unnötig zu erwähnen, dass die gehäuften Strafzeiten SGW-Trainer Slavei angesichts der dünnen Kölner Personaldecke früh Bauchschmerzen bereiteten.

Zum Thema Referees sei noch erwähnt, dass sie, neben einer völlig überzogenen „Rolle“ gegen Simon Stöcker im vierten Viertel, in ein/zwei Situation Fingerspitzengefühl bewiesen. Außerdem ließen sich einige Missverständnisse nach Spielschluss im persönlichen Gespräch mit den Beteiligten ausräumen.

Langatmiges Lamentieren über die Schiedsrichter würde aber eine Tatsache verschleiern: es war nämlich wieder einmal die teilweise eklatante Überzahlschwäche der Kölner, die dem durchaus möglichen Sieg im Weg stand.

Abgesehen von dem fahrlässigen Umgang mit Überzahlsituationen und Chancen aus dem Spiel heraus bot die SGW Köln eine bemerkenswerte Leistung und ließ die favorisierten Hausherren nie uneinholbar davonziehen. Hierfür war vor allem SGW-Torwart Ignatzy verantwortlich. Er brachte den Gegner mit zahlreichen Paraden zu Verzweiflung und dirigierte seine Vorderleute mit Ruhe und Souveränität. Eben jene Vorderleute standen offensiv und defensiv sehr kompakt, scheuten keinen Zweikampf und zwangen die Weidener zu Fehlern. Folglich sah das frenetisch anfeuernde Oberpfälzer Publikum vielleicht nicht das schönste Wasserballspiel, aber ein ungemein spannendes.

Nach dem dritten Viertel stellten sich die Zuschauer auf ein entspanntes und erfolgreiches letztes Viertel ein. Angesichts des Weidener Fünf-Tore-Vorsprungs und mit Blick auf die Tatsache, dass zwei der Kölner Leistungsträger (Irakli Tatishvili und George Tarnovechi) mit drei Fouls draußen saßen, hatten sie auch allen Grund dazu. Doch nun begann der legendäre Teil des Spiels:

Zu Beginn des letzten Viertels saß nur noch Ersatz-Torwart Lars Ruhbach (eigentlich die Nummer drei der Kölner) als Auswechselspieler auf der Bank. Paraskevas „Pari“ Nazaridis, der eigentlich über die zweite Mannschaft langsam aufgebaut werden sollte, und Freek Ebberink hatten sich bereits im Spielverlauf nahtlos in das kompakte Kölner Team eingefügt. Nach der oben erwähnten Rolle gegen Simon Stöcker musste Lars Ruhbach als Feldspieler ran. Somit war nun wirklich das letzte Kölner Aufgebot im Wasser. Absurderweise gewann dieses letzte Aufgebot den vierten Spielabschnitt mit 2:0 und brachte die A-Gruppen-erfahrenen Gastgeber in arge Bedrängnis. Leider war der Vorsprung dann doch zu groß, um das Spiel noch zu drehen.

Letztlich spricht es für die Oberpfälzer, in entscheidenden Situationen das Tore zu treffen und auch solche Spiele – und eben keine Schönheitspreise – zu gewinnen. Somit bleibt der DWL eine sympathische Mannschaft zu Recht erhalten.

Nach 1000 gefahrenen Kilometern (Köln-Weiden-Köln), 4×8 Minuten, 7:10 Toren geht der Abstiegskampf für die Kölner nun in die entscheidende Phase. Die Serie gegen Krefeld muss gewonnen werden – selbst wenn wieder das letzte Aufgebot ran muss.

Ach ja, auch legendäre Spiele können gewonnen werden.

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