17. Dez. 2008
Foto: Frank Stutzke
High Performance in der Wüste des Oman… Dune-Up 2008. Im Dezember 2008 startete im Oman ein ganz besonderes Abenteuer: Per Mountainbike und zu Fuß erkundet eine Gruppe Extremsportler die unwegsame Wüste und Gebirge des Oman. Und unsere Simply Susanne Beisenherz ist mit Carboo4U dabei…
, nun hier ihr Live-Bericht aus der Wüste des Oman … die Bilder hat dankenswerterweise der Fotograf Frank Stutzke zur Verfügung gestellt.
Insgesamt 8 Teilnehmer (Deutschland, England, Schweiz), davon drei Frauen nahmen am Dune-Up 2008 teil, dazu kommen 15 Betreuer bzw. Serviceteam/2 Ärzte mit 6 -7 Off Road Fahrzeugen, die die Sportler ständig begleiten und verpflegen. In dem Begleitteam befinden sich auch ein Fotograf, ein Redakteur eines Funsportmagazins, ein arabischer Redakteur der Zeitung “The week” und eine Redakteurin des “Kölner Stadt Anzeigers” Dieses Projekt wird zum ersten Mal im Oman (Muskat) umgesetzt, zuvor wurde es in Tunesien erprobt. Veranstaltet und organisiert wird es von Martin und seiner Schwester Stefanie Trier. Hier steht nicht der Leistungsgedanke im Vordergrund, sondern der Teamgeist. Eine Zeiterfassung gibt es somit nicht.
Foto: Frank Stutzke
Das Team fährt und läuft zusammen, passt sich gegenseitig an. Dies ist nicht immer einfach, da man es von Wettkämpfen (Volkslauf, Marathon, Triathlon) anders gewöhnt ist. Der erste Tag beginnt mit einer 90km Mountainbiketour von Al Awabi über Al Hamra nach Jabal Shams. Recht harmlos beginnt die Tour 20km über Geröll und Steinwege durchs Tal, wobei die Temperaturen bei angenehmen 25-30 Grad liegen. Vor und hinter uns befinden sich die Begleitfahrzeuge. Danach geht es zur Sache, ein Anstieg von 17km bei 2000 Höhenmetern gilt es zu bewältigen, dabei spielt der Grad der Steigung eine große Rolle. Denn der liegt an der steilsten Stelle bei sage und schreibe 45%. Da hilft nur eins: absteigen und sein Rad irgendwie hochschieben. Da ich nicht zu den größten Mountainbikern gehöre und zum größten Teil Rennrad fahre, muss ich mich erstmal an das ungewohnte Fahren gewöhnen und ein wenig schwindelig wird mir auch bei diesen Anstiegen. Bloß nicht umdrehen. Die Felsspalten wirken auf mich, so schön der Blick übers Tal auch ist, teilweise beängstigend tief. Ist nix für Angsthasen.
Das Radhochschieben ist ziemlich anstrengend und zieht sich über mehrere Kilometer hin, zwischendurch sitze ich immer mal wieder auf, die steilen Stellen zwingen mich jedoch immer wieder zum Absteigen. Manche Abfahrten sind ziemlich sandig und ich muss das Gleichgewicht gut auspendeln. Schließlich kommen wir aber doch alle oben an und schauen auf eine fantastische gewaltige Bergwelt hinab!! Jetzt wird erstmal eine kurze Verpflegungspause gemacht. Es ist ganz schön kalt hier oben, ca. 4-5 Grad und ich ziehe mir eine Jacke über. Danach geht es 20km auf einer Asphaltstraße runter. Die Höchstgeschwindigkeit liegt immerhin bei 90km/h. Die Strecke ist sehr kurvig und gewunden. Der Wind ist kalt, aber die Sonne scheint und mein Blick schweift über ein gigantisches Tal. Unten angekommen, sammeln wir uns alle erstmal und warten bis alle unten zusammengekommen sind, danach geht es weiter über eine Asphaltstraße, die uns wieder Richtung Berge führt. Nachdem wir die letzten km erklommen haben, ist es geschafft!!
Foto: Frank Stutzke
Wir fahren alle zusammen durchs Ziel, welches unser Serviceteam bereits aufgebaut hat. Von dort aus geht es in unser Camp auf 3000m Höhe, wir übernachten in großen Zelten bei nächtlichen Minusgraden!! (ich, Frostbeule und Prinzessin, natürlich nicht, ziehe mich in ein beheizten Zweibettzimmer zurück..).
Nach dem Frühstück geht es dann Richtung Wahiba Wüste, ein 10km Testlauf steht auf unserem Programm. Mit mehreren Autos fahren wir im Konvoi. Die Fahrt dauert aber viel länger als geplant und wir kommen erst nach ca. 8 Stunden an unserem Zielort an. Für unseren Testlauf ist es nun leider zu spät, denn auch hier geht die Sonne gegen 17:30 Uhr unter. Wir bauen unsere Zelte auf und sitzen noch gemütlich am Lagerfeuer. Auch hier mitten in der Wüste gehen die Temperaturen nachts runter auf 3-4 Grad.

Foto: Frank Stutzke
Heute steht die erste Laufdistanz von 40km an (33km Luftlinie), die wir mit GPS Gerät zurücklegen werden. Ich habe meine kompletten Laufschuhe samt Sohle mit einem atmungsaktiven Tape abgedichtet. Darüber zog ich einen Damennylonstrumpf. Nach den ersten Metern stellt man schnell fest, dass der Sand sehr weich ist und man teilweise bis über den Knöchel einsinkt. Dies kostet viel Kraft. An anderen Stellen ist der Sand fest und es läßt sich gut drauf laufen. Man kann nicht immer sehen, wo der Sand eher fest ist oder eher weich. Die Wüstenlandschaft verändert sich ständig, mal laufen wir steile, bis zu 200m hohe Dünen, mal etwas flachere Dünen, mal befinden sich zahlreiche kleine Büschel auf unserer Strecke………da kommt uns ein Jeep hinterhergefahren.
Ein wütender Araber will uns etwas klar machen, wir verstehen nichts, bis uns Stefanie den Sachverhalt erklärt und übersetzt. Es geht um seine Kamele die wir Läufer verscheucht haben. Die Kamele sind sehr wichtig für die Araber, denn wenn sie zu weit weglaufen, muss er sie wieder einfangen. Also laufen wir in die entgegengesetzte Richtung, um die Tiere nicht noch weiter zu scheuchen. Die Hitze empfinde ich als nicht so heiss, da ein angenehmer Wind weht. Nach ca. 8 Std., Verpflegungspausen inklusive, erreichen wir unser Camp. Ich ziehe meine Schuhe aus und stelle fest, dass es möglich ist: die Schuhe sind sandfrei! Meine Socken sind trocken. Keine Blasen. (am 3. Tag hatte ich dann doch 2 Blasen, die aber nicht weiter störten)
Foto: Frank Stutzke
Am 2. Tag laufen wir ein schwereres Streckenprofil, ständig geht es wie Wellen hoch und runter. Die Temperatur liegt nun bei 56 Grad. Richard stellt fest, dass selbst ich jetzt keine Gänsehaut mehr habe und mir sogar in der Mittagshitze einige Schweissperlen auf der Stirn stehen. Dave läuft hinter mir und behauptet, dass ich einfach keine Fußspuren im Sand hinterlasse. Dann sinke ich ja demnach auch nicht tief ein, das kann nur von Vorteil sein.
Foto: Frank Stutzke
Am 3. Tag werden, wie an den vorangegangenen Tagen, ebenfalls 40km laufend zurückgelegt. Morgens hatten sich 2 Geländefahrzeuge im Sand festgefahren. Das kann passieren, ist aber kein großes Problem gewesen, da sich die Fahrzeuge gegenseitig aus dem Sand gezogen haben. Einmal musste ein Geländewagen über die Dünen sogar abgeschleppt werden, da er einen Defekt hatte. Auch diese Situation konnte gelöst werden, da Martin Trier sich als Off-Road Fahrlehrer bestens auskennt. Für mich war es beeindruckend zu sehen, wie man mit solchen Fahrzeugen die größten Dünen und Berge erklimmen kann.
Zurück zum Laufen, am letzten Tag unserer Etappe, hatte ich den Eindruck, dass sich das Team besonders gut angepasst hat und miteinander harmonierte. Die letzten 6km führten uns einen riesigen Dünenberg hinunter ins “Tal des Todes”. Eine Strecke mit festem Untergrund, sie leitet das Ende der Dünenlandschaft ein. So liefen wir nach 120km Wüstenlauf gemeinsam ins Ziel ein !

Foto: Frank Stutzke
Susanne Beisenherz – Weltmeisterin Double Iron, Weltmeisterin Triple Iron
Hier könnt Ihr einen spannenden Artikel über Simply Susanne finden
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