22. Sep. 2008
Foto: Silvi
Korea ist anscheinend ein gutes Pflaster für unsere Silvi …
Hier nun Silvis Live-Bericht aus Korea, den wir ihrem blogspot entnehmen durften…
"Der Rennmorgen begann wie immer, nur irgendwie entspannter. Die ganze Athmosphäre in Korea ist einfach nicht vergleichbar mit einem europäischen Ironman. Die Leute sind ruhiger, bereiten sich nicht akribisch vor und vermitteln auch nicht die leider so oft anzutreffende Arroganz einiger europäischer Athleten. Keine erscheint mit Sonnenbrille oder Ipod, keine unglaubliche Anspannung in der Luft, alle sind freundlich.
Um 4 Uhr frühstücken wir unser etwas außergewöhnliches Frühstück, Rührkuchen und süßes Hefegebäck mit Marmelade und Starbucks Kaffee aus dem Kühlschrank. Etwas besseres hatten wir im Supermarkt nicht bekommen. Da wir gleich neben der Wechselzone wohnen war danach noch eine halbe Stunde Schlaf drin. Dann los zum Bodymarking, Getränke am Rad herrichten, Luft pumpen- ruck zuck waren wir fertig, viel zu früh. Also nochmal ins Zimmer, aufs Bett legen. Um 6:20 sind wir dann zum Strand gegangen. Da wollten dann noch viele Koraner ein Bild mit mir machen sodass die Zeit auch schnell verging. 6:50 bin ich noch kurz ins Wasser gegangen damit der Neo mal nass wird und um zu gucken wie die Quallenlage ist – zum Glück hatten diese scheinbar das Weite gesucht bei soviel Trubel!
Dann folgte noch eine Vorstellung der Profis, wir durften uns ca. 10m vor den Rest des Feldes stellen und dann ging es auch recht plötzlich los. Da ich kein Koreanisch konnte, wusste ich auch nicht was "los" heißt, also habe ich geschaut was Park (der koreanische Pro Athlet den ich schon kannte) macht und als er los rannte lief auch ich los.
Da Koreaner üblicherweise nicht die besten Schwimmer sind war ich von Anfang an komplett alleine, keine vor mir zu sehen, keiner hinter mir. Zum Glück war der Kurs rundum mit einer Leine abgespannt, sonst hätte ich befürchtet mich verirrt zu haben. 3 große Wendebojen, auf dem Rückweg eine brutale Gegenströmung und nach einem kurzen Landgang das ganze noch einmal. Erst nach über einer Stunde hatte ich das Schwimmen erledigt… zum Glück wusste ich das da noch nicht, sonst hätte mich die langsame Zeit gleich demotiviert. Patrick sagte mir dass ich erste Frau sei, also alles bestens.
Im Wechselzelt hatte ich dann ein paar Probleme weil ich es nicht gewohnt war meinen Neo selbst in die Tüte zu packen. Als er endlich drin war und ich die Tüte schnappen wollte zum loslaufen hatte ich das falsche Ende erwischt und der Neo war wieder draußen… also von vorn das ganze!
Die Radstrecke kannte ich schon vom Vortag als ich die Runde einmal abgefahren war. Nach ein paar Hügeln find die Runde an die 6 mal zu umfahren war. Diese begann mit einem kleinen Berg und danach eine rasante Abfahrt und dann war es weitgehend flach, sehr schön.
Am Renntag war zwar hier und da ziemlich Gegenwind, aber den hatten ja alle!
Die 6 Runden vergingen wie im Flug und das Ernährungskonzept mit Carboo4U und Gel hat auch super funktioniert! Die fehlenden langen Ausfahrten der letzten Monate machten sich in den letzten 2 Runden zwar bemerkbar, aber richtig eingebrochen bin ich zum Glück nicht.
Als es nach 5:33 auf die Laufstrecke ging war es richtig schön heiß und sonnig, etwa 30 Grad- perfekt! Laufen ging anfangs gut, später habe ich mich auf dem 4 Rundenkurs mit einigen Höhenmetern etwas über die langsamen Zeiten geärgert. Ich lag noch immer an 2. Position, Luft nach hingen und Yasuko einholen war aus eigener Kraft nicht möglich. Also waren die langsamen Kilometerzeiten kein großes Problem, einfach durchlaufen dann sollte die Platzierung und das Preisgeld (Finish im Zeitlimit) sicher sein. So lief es dann auch.
Nach einer Laufzeit von 3:28 Stunden und insgesamt 10:05 Stunden war ich als 2. Frau im Ziel. Dort angekommen folgte ein Interview, viel trinken und noch ein Spaziergang zum Strand mit Patrick, der mich den ganzen Tag super betreut hat!
Später haben wir uns etwas ausgeruht, waren wieder in unserem Stammrestaurant zum Abendessen (richtig, roher Fisch, scharfes kaltes Gemüse und Reis…) und dann nochmal an die Finishline zum gucken. Die Nacht war wie gewöhnlich eher schlaflos.

Foto: Silvi
Am nächsten morgen war wieder schönes Wetter, wir sind früh aufgestanden und haben einen Spaziergang am Strand gemacht. Neben Sand mussten wir auch teilweise über Steine klettern. Außer uns war niemand dort, also ein richtiger romantischer Spaziergang!
Mittags war dann die Siegerehrung und es gab wie schon bei der Pasta Party ein tolles Buffet! Im Anschluss hieß es schon packen, denn wir sind noch am selben Abend mit Hyungshik nach Incheon (bei Seoul) gefahren. Während der dreistündigen Fahrt waren wir ordentlich müde, trotzdem sind wir dann noch essen gegangen (chinesisch, Hyungshik hat das Menü ausgesucht- ganz anders als chinesisch bei uns ist. Es war ebenso abenteuerlich wie koreanisches essen, nur teurer mit 35€/ Person!) und später an der Promenade noch etwas trinken.
Das kulinarische Highlight des abends waren Muscheln die etwa 1 cm lang waren, in Wasser "gekocht" und die ein rundes konisches Haus hatten. Hyungshik hat eine Portion gekauft und wir (die Japaner, Patrick und ich) mussten alle probieren. Naja, man musste die mini Tiere aussaugen. Das Innenleben war grün, salzig und sandig… ich habe eine geschafft ohne dass mir schlecht wurde!
Nach einer Nacht dort sind wir am nächsten morgen mit der Autofähre auf die Insel gefahren, auf der der Flughafen ist. Dort mussten die Japaner schon wieder heimfliegen, Patrick und ich haben für 2 weitere Nächte im Flughafenhotel eingecheckt (Best Western- europäischer Standard!) und von dort mit der U- Bahn oder dem Bus Seoul erkundet!
Insgesamt wirklich ein Abenteuer, aber es war schön und ich würde sicher wieder hinfliegen!"
So ist das eben mit unserer Silvi
…
Also, wer es noch nicht wusste… und sich gewundert hat, warum die fleißige Blog-Schreiberin nicht mehr unter ihrer alten .de Adresse zu erreichen ist, der sollte hier klicken.
Das ist ihre neue Internet-Adresse: http://silvia-czaika.com/